Hermino Katzenstein – Ihr Kandidat für den Wahlkreis Sinsheim zur Landtagswahl 2021

Kandidaten-Faltblatt

Kurzvorstellung im Video

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40 Tage = 40 Themen

Wir haben 2014 den Nationalpark Schwarzwald gegründet – den ersten in Baden-Württemberg. Hier darf sich die Natur in den Kernzonen ungestört entwickeln – ohne menschliche Eingriffe.

Wir wollen der Natur mehr Raum geben. Auch dafür ist der Nationalpark Schwarzwald da. Ihn wollen wir stärken sowie ein weiteres Biosphärengebiet entwickeln. Die bestehenden Biosphärengebiete im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb wollen wir weiter aufwerten, ebenso die naturschutzfachliche Arbeit der Naturparks. Indem wir den Biotopverbund konsequent verwirklichen sowie für die Erstellung von Regional- und Flächennutzungsplänen verbindlich vorschreiben, schaffen wir so auch ein engmaschiges Netz, um Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten miteinander zu verbinden.

Für besonders gefährdete Arten übernehmen wir Verantwortung und stärken Artenschutzprojekte. So setzen wir uns für eine aktive Bestandsstützung des Luchses in Baden-Württemberg ein.

Mit einem neuen Programm wollen wir wertvolle Naturschutzflächen dauerhaft sichern: Bis 2026 sollen in den vier Regierungsbezirken im Land mindestens 20 neue Naturschutzgebiete entstehen, wobei wir auf Biotopverbünde achten.

Wir setzen auf einen gut ausgebauten ÖPNV, der günstig und unkompliziert ist.

  • Wir werden im ganzen Land den Mindeststandard des Stundentakts von 5 bis 24 Uhr umsetzen und auf vielen Strecken den Halb- oder Viertelstundentakt realisieren. Bis zum Jahr 2030 können dann die allermeisten Bus- und Bahnfahrgäste in Baden-Württemberg mindestens im Halbstundentakt fahren.
  • Wir wollen dazu die Kapazitäten weiter ausbauen und den ÖPNV zur Pflichtaufgabe von Kommunen machen.
  • Wir wollen die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kommunen auf eigenen Wunsch einen Mobilitätspass als (Nahverkehrs-)Abgabe einführen, den ÖPNV ausbauen und zu günstigen Preisen anbieten können.
  • Unser Ziel ist ein flexibles Tarifsystem, das Vielfahrer*innen belohnt und durch einen Höchstpreis gedeckelt ist. Im Jahresticket soll der öffentliche Verkehr – nach österreichischem Vorbild – vor Ort nicht mehr als einen Euro pro Tag kosten, im Tarifverbund der Region nicht mehr als zwei Euro und im ganzen Land nicht mehr als drei Euro.
  • Unser Ziel: Mit nur einem Ticket und einem Bezahlvorgang sollen die Menschen im Land alle Verkehrsmittel nutzen können – von Bahn, ÖPNV und Carsharing bis hin zum Leihrad.

Vor 10 Jahren zerstörte ein Tsunami das Atomkraftwerk in Fukushima – etwa 150.000 Menschen mussten das Gebiet verlassen, hunderte Menschen starben in Folge, hunderttausende zurückgelassene Tiere verhungerten. Atomkraft ist nicht das Mittel, um Klima-Neutralität zu erreichen. Liebe CDU, die „ideologiefreie Nutzung bekannter Technologien“ solltet ihr also lieber streichen.

Stattdessen: Deutschlandweit müssen wir bis zur Klimaneutralität eine installierte Leistung von 562 Gigawatt Erneuerbare Energie erreichen – und dazu im Land unseren Beitrag leisten. Photovoltaik in Baden-Württemberg hat ein Ausbaupotenzial von etwa 385.000 Hektar, das wir erschließen wollen, auf landeseigenen Flächen wollen wir bis zum Jahr 2030 über 1000 neue Windkraftanlagen ermöglichen, 2030 soll die Landesverwaltung klimaneutral arbeiten!

Frauen haben im Jahr 2020 in Deutschland rund 18 % weniger verdient als Männer. Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern – der unbereinigte Gender Pay Gap – war damit um einen Prozentpunkt geringer als 2019. Frauen verdienten nach Angaben des statistischen Bundesamtes durchschnittlich mit 18,62 Euro brutto in der Stunde 4,16 Euro weniger als Männer (22,78 Euro).

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern schließt sich in Deutschland nur im Schneckentempo. Und das ist einfach nicht genug. Gleichzeitig verweisen erste Analysen darauf, dass der etwas kleinere Gender Pay Gap auch coronabedingt sein kann. Denn viele Männer waren im Jahr 2020 in Kurzarbeit und haben dadurch Einkommenseinbußen.

Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn hinkt Deutschland immer noch den meisten Ländern hinterher. Ein Gender Pay Gap von 18 Prozent ist heute noch einer der größten in Europa. Damit wird deutlich: Das Entgelttransparenzgesetz der Bundesregierung wirkt nicht. Ob Equal Pay eingehalten wird, muss auch verbindlich überprüft werden. Außerdem dürfen Frauen nicht allein gelassen werden, wenn sie wissen, dass sie bei gleicher Arbeit weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen. Die Sorge um den Arbeitsplatz lässt viele Frauen davor zurückschrecken, ihre Rechte vor Gericht individuell durchzusetzen. Deshalb brauchen wir hier ein Verbandsklagerecht in Verbindung mit dem Gruppenverfahren, so dass Verbände und Gewerkschaften bei struktureller Entgeltdiskriminierung die Betroffenen effektiv unterstützen können. Nur so lässt sich Lohndiskriminierung effektiv verhindern.

Das Sterben im Mittelmeer muss beendet werden!

Egal wo jemand herkommt, egal wo jemand hinwill oder aus welchem Grund ein Mensch in Seenot ist: Menschen sind aus Lebensgefahr zu retten und an einen sicheren Ort zu bringen. Dort, wo Menschen in Not sind, haben Staaten die Verantwortung, Rettungen zu koordinieren und zu organisieren. Dafür braucht es ein gemeinsames EU-Seenotrettungssystem. Wer sich für Menschenrechte einsetzt, ob an Land oder auf See, ist zu unterstützen und darf nicht kriminalisiert werden.

Viele Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg unterstützen die Initiative „Sichere Häfen“ und zeigen damit aktive Bereitschaft, Geflüchtete aufzunehmen, die aus Seenot gerettet worden sind oder in Flüchtlingslagern vor den Toren Europas leben. Wir Grüne unterstützen diese Initiative und wollen, dass auch das Land Baden-Württemberg zum „Sicheren Hafen“ wird. Wir werden daher ein entsprechendes Landesaufnahmeprogramm vorantreiben und machen uns auf Bundesebene dafür stark, dass Bundesländer und Kommunen mehr Möglichkeiten bei der Aufnahme von Menschen in Notsituationen erhalten, um so auch unter anderem Verantwortung für die Geflüchteten in Griechenland zu übernehmen.

Foto: Screenshot aus einem Film von Sea-Eye, https://sea-eye.org/ => Presse => Pressematerial
Hoodie von Sea-Watch, https://sea-watch.org/ => Shop

Im Landtag Baden Württemberg sitzen 26,6 % Frauen – ja richtig. Und so „viele“ sind es auch nur dank der Grünen, bei denen immerhin 47% Frauen unter den Abgeordneten sind. Das Problem: In unserem Land gibt es kein Listenwahlrecht. Wenn die Parteien Listen aufstellen, wird sehr deutlich, wie viele Frauen vertreten sind. Aber in BaWü werden die Kandidat*innen ausschließlich einzeln vor Ort gekürt. Resultat: Die aussichtsreichsten Kandidaturen gehen meist an Männer. Deswegen: Listenwahlrecht endlich auch in BaWü!

Deutschlandweit müssen wir bis zur Klimaneutralität eine installierte Leistung von 562 Gigawatt Erneuerbare Energie erreichen – und dazu im Land unseren Beitrag leisten. Photovoltaik in Baden-Württemberg hat ein Ausbaupotenzial von etwa 385.000 Hektar, das wir erschließen wollen, auf landeseigenen Flächen wollen wir bis zum Jahr 2030 über 1000 neue Windkraftanlagen ermöglichen, 2030 soll die Landesverwaltung klimaneutral arbeiten! Hey, auch die CDU hat den Klimaschutz als Wahlkampfthema entdeckt. Der CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis verspricht gleich vollmundig für 2026 (!) Klimaneutralität fürs ganze Land. Wie denn? Durch „ideologiefreie Nutzung bekannter Technologien, durch Marktreife in großem Maßstab für neue Technologien, durch die Erforschung bisher nicht bekannter Verfahren und durch Bindung von CO2 z.B. in Wäldern“. Hallo? Die CDU will die CO2-Bindungskraft der (hoch strapazierten) Wälder erhöhen? Wollt ihr da Chips in die Bäume einbauen? Auch der Joker „nicht bekannte Verfahren“ ist wenig überzeugend oder? Und die „ideologiefreie bekannte Technik“ nennt sich wohl Atomkraft? Liebe CDU – im Klimaschutz habt ihr zu lernen – wir freuen uns, wenn ihr mitzieht und wir 2040 in ganz Baden-Württemberg Klimaneutralität erreicht haben!

Unserem Wald geht es schlecht: Schlechter noch als in den Achtzigern, als der Begriff “Waldsterben” geprägt wurde. Damals wurden insbesondere schwefelhaltige Abgase als Ursache ausgemacht und mit Lösungen wie der Rauchgasentschwefelung und der Einführung von immer schwefelärmeren Kraftstoffen zurückgedrängt. Auch heute sind die Ursachen bekannt: Immer heißere und trockenere Sommer machen den Bäumen zu schaffen. Auch heute besteht Einigkeit was zu tun wäre: Der Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere von CO2 muss so rasch wie möglich reduziert werden. Aber die Politik versäumt es zumeist in unverantwortlicher Weise, die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis zu ziehen.

Bündnis 90 / Die Grünen fordert: Wir müssen unsere Politik, unser Wirtschaften und Konsumieren und unser Leben an den planetaren Grenzen ausrichten, wir müssen der Klimakrise mit entschlossenem Handeln entgegenzutreten und den nötigen Wandel umgehend und gerecht angehen.

Man glaubt es kaum, aber Phillipp Amthor hat nun indirekt langjährige Forderungen von NGO’s und Grünen den Steigbügel gehalten. U.a. seine gut bezahlte Einflussnahme für ein US-Unternehmen hat es der CDU vermasselt, ein Lobbyregister als unnötig abzutun.

Die Transparenz des Gesetzentwurfs der Koalition ist etwas eingetrübt – so ganz genau offenlegen will man Einzelkontakte und insbesondere die konkrete Einflussnahme auf den Entstehungsprozess von Gesetzen (exekutiver Fußabdruck) nicht, aber immerhin: Ein wichtiger Schritt ist getan und – hier mal ein Ausblick auf die Wahlen im Herbst – eine neue Bundesregierung mit den Grünen hat die Chance auf Nachbesserung.

Die Entscheidung des Bundesamts für Verfassungsschutz ist konsequent. Klar ist, dass die AfD Angst vor der Beobachtung hat. Dies dürfte schwerwiegende Auswirkungen auf die AfD-Mitglieder in Baden-Württemberg haben.

Der rechtsextreme Flügel spielt in der zusammengeschrumpften Landtagsfraktion und in der Partei noch immer eine dominierende Rolle. Auch viele AfD-Landtagskandidaten sind offen rechtsradikal und machen gemeinsame Sache mit den Corona-Leugnern und Verschwörungsideologen wie Q´Annon. Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz schränkt sie in ihrem rechtsextremen Treiben empfindlich ein.

Die AfD hat Angst davor, dass ihre rechtsradikale Gesinnung offenkundig wird, daher hatte sie die Beobachtung gefürchtet. Die Entscheidung dürfte nun für ein Erdbeben sorgen – auch bei möglichen Sympathisanten in anderen verantwortungsvollen Positionen.

Seit vielen Jahren ist der Klimaschutz das für mich persönlich wichtigste politische Thema und der Grund dafür gewesen, den Grünen beizutreten. Wer unser Grünes Wahlprogramm liest wird feststellen, dass der Klimaschutz sich durch alle Bereiche mit durchdachten Konzepten hindurchzieht. Je mehr Grün in der Regierung, desto bessere Chancen zur Durchsetzung. Und es ist gut, wenn die Jugend – und mit ihr mehr und mehr auch die Elterngeneration – Druck macht – auch uns Grüne weiter antreibt. Denn Erfolge bei der Begrenzung des CO2 Ausstoßes und des Temperaturanstiegs sind dramatisch dringend, die Zeit rennt uns davon.

Demokratie braucht Beteiligung – von Anfang an! Von 24 Kommunen im Wahlkreis Sinsheim haben Heiligkreuzsteinach und Schönau einen Jugendgemeinderat eingerichtet – Respekt. Aber was ist mit den anderen 22 Kommunen, die teils größer und städtischer sind wie bspw. Sinsheim, Bammental und Neckargemünd? Hier werden Möglichkeiten verspielt: Es gibt Unterstützung für Kommunen auf dem Weg zu mehr Kinder- und Jugendbeteiligung. Wir brauchen das Engagement der jungen Menschen – deswegen setze ich mich auch für eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre ein

Großer Erfolg für mehr Steuergerechtigkeit:

Die EU beschließt das Country-by-country-reporting. Den großen Konzernen wie Amazon und Apple wird es damit schwerer gemacht, ihre riesigen Gewinne zu minimalen Steuersätzen in Steuerparadiese zu verschieben. Ein großer Erfolg für uns alle. Ein großer Erfolg insbesondere auch für Sven Giegold (MdEP, Grüne) der an dem Thema seit Jahren gearbeitet hatte. Die deutsche Bundesregierung musste sich übrigens wegen der ablehnenden Haltung von Peter Altmeier (CDU) enthalten und stand damit am Schluss recht isoliert da.

Ich glaub, ich steh Kopf: Ausgerechnet die christlich-katholische Caritas verhindert die Festschreibung höherer Mindestlöhne für die Altenpflege. Ich finde das empörend. Pfleger*innen und Pfleger sind in der Pandemie maximal belastet und einem höheren Risiko ausgesetzt gewesen – und schon lange viel zu schlecht bezahlt. Jetzt wäre ein bundesweiter Tarifvertrag möglich gewesen, der für tausende Pflegekräfte bei privaten Anbietern das Ende von Dumpinglöhnen bedeutet hätte. Wäre da nicht die Caritas.

Was können wir von Landes-Seite tun? In die Tarifverhandlungen können wir nicht eingreifen. Aber wir Grünen setzen uns für einen verbesserten Personalschlüssel ein sowie für die Aufwertung der Ausbildung: Pflegende sollen mehr Kompetenzen und Mitsprache bekommen.

24 Kommunen gibt es in meinem Wahlkreis Sinsheim, viele Orte davon mit hübschem Ortskern und wunderbarer Landschaft. Das Potenzial für hohe Lebensqualität ist da. Zum Verbunden-Fühlen mit den Orten gehört auch kulturelles und politisches Leben. Neckargemünd hat letztes Jahr gezeigt, dass es geht – über 500 Menschen kamen auf Initiative der Grünen zur Klimaschutz-Demo. Bammental hat ein „Familienzentrum“, in dem Eigenaktivität der Menschen gefördert wird. In Helmstadt-Bargen hält das FEX-Theater kulturelles Leben aufrecht: Aktive Bürger*innen stoßen jedoch auf viele Hürden, Treffpunkte, Räume und Förderung fehlen zu oft. Ich will mich dafür einsetzen, dass das Land Bürger*innenzentren und –aktivitäten im ländlichen Raum stärker in den Blick nimmt und fördert.

Die Klimakrise stellt uns vor eine Jahrhundertaufgabe. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff. Und die Zeit drängt! Die Menschheit muss jetzt umsteuern, um die globale Erhitzung noch einzudämmen. Denn wir nähern uns gefährlichen Kipp-Punkten – wie bei den Eiskappen an den Polen, die dramatisch schmelzen, oder bei den Dauerfrostböden in Sibirien, die beim Auftauen gigantische Mengen an klimaschädlichem Kohlenstoff freigeben. Wenn wir diese Kipp-Punkte reißen, gerät das Klima außer Kontrolle. Die Erde wird dann nicht mehr der Ort sein, den wir heute kennen.

Wir Grünen streben eine eigene Tierschutzstrategie für Baden-Württemberg an. Die Förderprogramme in der Landwirtschaft sollen daran ausgerichtet werden, dass eine Förderung nur erfolgt, wenn deutlich höhere Tierschutzstandards erfüllt werden. Außerdem wollen wir den Ausstieg aus dem Tierversuch einleiten. Verstöße bei Tiertransporten sollen konsequent geahndet werden. Notversorgungsstellen, in denen Tiere bei Feststellung von Verstößen untergebracht werden können und nicht unter tierschutzwidrigen Umständen weitertransportiert werden müssen, werden von einer grünen Landesregierung eingerichtet werden.

Nicht nur in den Ballungszentren, auch im ländlichen Raum brauchen wir sozialen Wohnungsbau für Menschen mit kleinem Einkommen oder kleiner Rente und Menschen, die auf Transferleistungen angewiesen sind. In BaWü wohnen knapp die Hälfte der Menschen in Mietwohnungen. Im Wahlkreis Sinsheim gehören manche Orte zum Speckgürtel von Heidelberg und haben ein enorm hohes Mietpreisniveau – wie Neckargemünd oder Bammental. Aber jede*r hat das Recht auf ein angemessenes und bezahlbares Zuhause – auch wer, aber nicht nur, wer sich das berühmte Einfamilienhaus ersparen kann. Deshalb wird eine grüne Landesregierung in den kommenden zehn Jahren den Anteil preisgünstiger Wohnungen am Markt erhöhen und ausreichend altersgerechten Wohnraum schaffen. Mehr dazu im grünen Wahlprogramm

Schulen, KiTas öffnen – höchste Zeit für Kinder und Eltern!
Zugleich müssen wir sehr vorsichtig sein und dürfen Erfolge bei den Infektionszahlen nicht verspielen, bevor die Impfungen greifen. Das frühzeitiges Impfen der Lehrer*innen und Erzieher*innen ist unbedingt geboten. Regelmäßige Tests, Wechselunterricht in Gruppen, regelmäßiges Lüften (nicht nur gekippte Fenster), Abstandhalten soweit es kindgerecht und altersangemessen geht und besonders in den Innenräumen.

Baden-Württemberg hat eine kleinstrukturierte Landwirtschaft. 80 Prozent der bäuerlichen Betriebe werden im Nebenerwerb geführt. Die Hofnachfolge ist gefährdet, wenn das Wirtschaften auf dem Hof kein stabiles Einkommen bringt. Eine grüne Landesregierung wird die Höfe unterstützen, sowohl mit Beratung als auch mit finanzieller Förderung von Investitionen z.B. für Doppelnutzungen der Fläche wie Agro-Photovoltaik (Stromerzeugung und Anbau auf derselben Fläche wie Anbau) sowie Agro-Forstsysteme (kombinierte Forst- und Weideflächen).

Zugleich streben wir einen neuen Gesellschaftsvertrag zwischen Landwirtschaft und Naturschutz unter Einbeziehung der Lebensmittelindustrie und Verbraucher*innen an. Alle müssen ihren Beitrag dazu leisten, dass sich Landwirtschaft wieder lohnt und angemessen bezahlt wird. Wenn ein Kalb billiger ist als eine Handyhülle, dann läuft etwas schief!

Jeder junge Mensch braucht Förderung, Zukunfts- und Entwicklungschancen – geflüchtete junge Menschen ebenso wie Jugendliche, die hier aufgewachsen sind. In meinem Wahlkreis sehen das viele Menschen und setzen sich für junge Menschen und Ausbildungsmöglichkeiten ein – oft unter Schwierigkeiten. Wo ich kann, möchte ich sie dabei weiter unterstützen. Sie arbeiten am Zusammenhalten.

Wir müssen dabei aufmerksam bleiben für rassistische Haltungen und Strukturen, die sich im Alltag, bei Behördengängen, der Gesundheitsversorgung immer wieder zeigen. Gerade ein Jahr her sind die Morde an unseren Mitbürger*innen in Hanau, die tiefe Wunden geschlagen haben. Rassismus muss täglich bekämpft werden.

Die Mehrzahl der Pflegebedürftigen wird heute in der eigenen Wohnung betreut. Die Pflege ist eng verknüpft mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit. Frauen, die es meist sind, die ihre Eltern oder Schwiegereltern pflegen, unterbrechen ihre Berufstätigkeit, verdienen schlechter, ihre Rente sinkt.

Deshalb wollen wir Grüne die häusliche Pflege durch Beratungs- und Hilfsangebote Angehörige ausbauen. Unterstützende ambulante Dienste müssen besser bezahlt und die Wegepauschale erhöht werden. Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflegeplätzen und die ambulante Palliativversorgung wollen wir ausbauen.

Mobilität für alle! Das bedeutet, dass alle Menschen in unserem Land schnell, sicher, bequem und klimafreundlich ans Ziel kommen. Egal, ob sie in der Stadt oder auf dem Land wohnen, egal welchen Alters sie sind und egal wie ihre finanzielle Situation ist.

Deshalb haben wir Baden-Württemberg seit 2011 zum Wegbereiter für nachhaltige und moderne Mobilität gemacht. Wir setzen auf einen gut ausgebauten ÖPNV, der günstig und unkompliziert ist. Mit dem bwTarif haben wir den Verkehr über Verbundgrenzen hinweg vereinfacht und günstiger gemacht. Wir gestalten die Transformation der Automobilindustrie und bringen die Elektromobilität voran. Wir bauen Radwege aus und machen die Innenstädte auch für Fußgänger*innen attraktiver. Wir stehen für eine Mobilität von morgen, die Mensch, Natur und Klima guttut.

Die Europäische Union bedeutet: Zusammenarbeit statt Nationalismus. Die EU hat trennende Grenzen überwunden und ist seit 75 Jahren Garant für Frieden. Aus verfeindeten Staaten wurden Freunde und Partner.

Die Klimakrise, die Corona-Pandemie und die Gefahren des Terrorismus können nur mit internationaler Anstrengung und der EU nachhaltig überwunden werden. Mit dem European Green Deal hat sich die EU einen konsequenten Klimaschutz vorgenommen. Wir wollen Baden-Württemberg zum Musterland machen, das den Green Deal ambitioniert umsetzt.

Wir Grünen wollen, dass Baden-Württemberg zum Vorreiter bei tiergerechter Landwirtschaft wird. Unser Motto heißt: Klasse statt Masse! Wenn wir Fleisch essen, dann von Tieren, die in der Region artgerecht aufwachsen, die Platz im Stall, Tageslicht und frische Luft haben. Die mobile und Weideschlachtung soll gefördert werden. Unser Ziel ist eine Tierhaltung, bei der Geburt, Aufzucht und Schlachtung in der Region stattfinden.

Das Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt in Baden-Württemberg hat einen gemeinsamen Prozess von Politik, Naturschutz und Landwirtschaft angestoßen, aus dem das Gesetz zur Stärkung der Biodiversität hervorgegangen ist. Die Herausforderungen bleiben jedoch riesig. Als Grüne wollen wir eine konsequente Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und Nährstoffüberschüssen aus Düngung. Zugleich müssen wir die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum sichern und ihn weiter als attraktiven Lebens- und Arbeitsraum stärken. Herausforderung dabei: Die sehr niedrigen Lebensmittelpreise in Deutschland führen zu Dumpinglöhnen und zum Teil unhaltbaren Zuständen in der Landwirtschaft.

Schon 2019 haben 42 Unternehmen Lieferkettengesetze gefordert, für Deutschland und Europa. Firmen sollen dadurch verpflichtet werden, bei Menschenrechtsverletzungen auch bei Zulieferern nicht wegzusehen. Unter den Befürwortern sind auch baden-wüttembergische Firmen wie RitterSport und Vaude. Die Bundesregierung hat das Vorhaben schleifen lassen, die last minute Einigung ist nun ein wichtiger Schritt, aber greift noch zu kurz: Sie erfasst nur einen kleinen Teil der Unternehmen ab 3000 Mitarbeiter*innen. Der CDU-Wirtschaftsflügel wettert trotzdem dagegen. Warum eigentlich: Ist es ernsthaft deren Programm, Kinderarbeit oder Menschenrechtsverletzungen zu dulden?

Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung – keine Bildung (John F. Kennedy). Bildung auf Knopfdruck – das funktioniert nicht: Bildung basiert auf Interesse und Beteiligung. Wir müssen unsere Kinder und Jugendlichen begeistern.

Ausbau der Digitalisierung! Zugang zu digitalen Endgeräten für alle Schüler*innen und Schulen. Digitalisierung ermöglicht auch Kontakt, nicht nur in der Pandemie, auch über Grenzen hinweg und ohne Flugkilometer.

Das Auto auch mal stehen lassen! Wir setzen uns für Ausbau und Taktung der Öffentlichen auch in ländlichen Gebieten ein. Park und Ride-Plätze und sicher Fahrradständer gehören dazu. Mancherorts kann das Carsharing ausgebaut werden und ermöglicht es, auf ein privates Auto ganz zu verzichten. Ich werde mich für eine Neuauflage des Förderprogramms einsetzen.

Ampelschaltungen, der Autoverkehr, aber auch der Öffentliche Verkehr müssen auf den Fußverkehr mehr Rücksicht nehmen. Zu Fuß gehen ist gesund, leise und kommunikativ. Sicherheit für Kinder und ältere Bürger*innen steht dabei ganz oben.

Den Coronaleugner*innen treten wir mit dem Bekenntnis zur wissenschaftsbasierten Medizin entgegen. Wir Grüne wollen Lehren aus der Pandemie ziehen: Wir brauchen mehr Pflegepersonal in Kliniken und Heimen und attraktivere Arbeitsbedingungen. Es darf in der Gesundheitsversorgung keinen Unterschied machen, ob die Menschen in der Stadt oder auf dem Land leben. Wir haben bereits Anreize geschaffen, damit sich junge Ärzt*innen auf dem Land niederlassen und so die hausärztliche Grundversorgung sicherstellen.

Die Fördergemeinschaft Ehemalige Synagoge Neidenstein hat zum Ziel das Wissen um das badische Landjudentum zu verbreitern und ein Kulturangebot aufzubauen, das dem Charakter der ehemaligen Synagoge Neidenstein Rechnung trägt. Das ist lebendige Erinnerungskultur im besten Sinne und muss vom Land weiterhin unterstützt werden. Foto: Berthold Jürriens Freier Journalist/Online – Redakteur. Neidenstein.

Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche durch die Pandemie zunehmend belastet sind. Der Bildungserfolg und die Gesundheit benachteiligter Kinder ist in Gefahr. Wir stehen in der Verantwortung dafür, ihnen Zeit zu geben, gezielte Förderungsangebote zu machen und eine bessere digitale Ausrüstung für alle Schulen und Kinder zu schaffen.

In Corona-Zeiten haben wir alle gelernt, geduldig Schlange zu stehen. Fast so diszipliniert, wie es die Briten machen. Andre Baumann und Hermino Katzenstein zeigen, wie es mehr Spaß machen kann.

Im Landtag erfährt man direkt, wie respektlos, unsolidarisch und menschenfeindlich AfD-Abgeordnete auftreten. Auch Humor sucht man umsonst: Wir wollen diesen Zeitgenoss*innen doch lieber das „Tschüss“ anbieten.

Große Anerkennung für die Fachkräfte der Altenpflege, aber auch die alten Menschen selbst: Sie tragen das hohe Corona-Risiko oft mit großer Würde: „Ich habe schon ganz Anderes erlebt!“ – Kriegs- und persönliche Erfahrungen wurden mir bei meinen Hospitationen erzählt.

Das heutige Bild spricht eigentlich für sich! Der langjährige Einsatz für den einen sicheren und auch für Familien und Kinder befahrbaren Radweg zwischen Neckargemünd und Heidelberg hat sich gelohnt! In diesen Tagen beginnt der Umbau…

Ein klimaneutraler Landkreis ist möglich! Ich unterstütze gerne jede Initiative. Ausbau erneuerbarer Energien, Verkehrswende, Anbindung aller Orte mit ÖPNV im Stundentakt.

Wir starten eine Bilderreihe. Bis zum Wahltag jeden Tag ein Bild, mal ernst, mal mit einem Augenzwinkern…